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Liebe Freunde, es ist Zufall gewesen, dass letztes Wochenende auch in Los Angelos die Oscars verliehen wurden. Das Timing hätte trotzdem nicht perfekter sein können. Ich habe nun die Aufgabe Euch das Ergebnis wochenlanger Fingerübungen mitzuteilen, Freude auszulösen und einige kleine Wunden zu streicheln.
Vorab und letztmals dazu, folgende Story am Rande. Ich habe vor einigen Wochen den deutschen Oscar Gewinner, zusammen mit zwei weiteren Juroren, in einem deutschen Kurzfilmwettbewerb aus Überzeugung auf Platz zwei gesetzt. Jetzt hat Hollywood gesprochen. Was ist gerecht?
Es kann weder über das Publikum noch über eine Fachjury absolute Gerechtigkeit geben, obwohl die Übereinstimmung dazwischen mach mal frappierend ist. (Die von euch so häufig gewünschten Fachleute bei dieser Werkstatt hatten in dieser Endrunde vier Favoriten; lediglich einer ist jetzt nicht bei den Gewinnern; andererseits, vier als aussichtsreich angesehene Kandidaten hatten es erst gar nicht in diese Endrunde der zehn Nominierungen geschafft). Trotzdem ändert das nichts am Glanz des Preises und seines Gewinners, oder irgendetwas an der Qualität derer, die fast diesen Preis bekommen haben. Ich habe selbst schon Preise bekommen, war aber auch zweiter und späterer Sieger, und kenne natürlich das schöne Gefühl der Anerkennung und Motivation, das mit solchen Siegerehrungen auch verbunden ist. Ich kann und will deshalb auch nicht Abstand nehmen von den eigenen Vorgaben für diesen Wettbewerb, auch wenn mich einige Vorschläge erreichten, alle Endrundenteilnehmer zu einem Workshop einzuladen. Möglicherweise ist dieser Weg ein Hinweis darauf, welche Straße ich zukünftig gehen werde, aber, um mit Michael Ende zu sprechen, das ist dann eine andere Geschichte.
Wie in Hollywood will ich über die Gewinner hinaus auch keine Reihenfolge bekannt geben. Dazu kann und möchte ich nur sagen, dass vom Verlag zur Endrunde gesagt wurde, es seien erstaunliche und überraschend hochwertige Ansätze erkennbar. Das Niveau sei eindeutig auf dem Level der besten zwanzig Prozent aller unverlangt eingeschickten Manuskripte. Wer bei einem Fotofinish die Nase vorn hatte, war dort, egal ob er den größeren Zinken, Busen oder einfach den schnelleren Fuß über die Ziellinie gebracht hat. Aber wie im Sport, muss man manchmal einen Platz auch teilen, weil kein Unterscheid feststellbar war. Bei uns war es in dieser Runde auch so. Wenn man alle Streichergebnisse berücksichtigt, das haben wir getan, denn die gab es auch hier, weil Außenstehende - wovon ich überzeugt bin - sehr plump und erkennbar versucht haben, einem Freund zu helfen, dann haben wir folgenden Zieleinlauf.
Der Oscar der Oscars geht an:
Mata – du fährst nach Ägypten; Kratzfeder und Mahony – ihr kommt zu mir nach München.
Herzlichen Glückwunsch an alle. Eure Tanja
PS: In einer Woche starten wir erneut.
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